Der Japanische Staudenknöterich breitet sich im Bezirk Altona zunehmend aus und verdrängt heimische Pflanzen. Die CDU-Bezirksfraktion will deshalb prüfen lassen, ob Starkstrom-Lanzen künftig bei der Bekämpfung der invasiven Pflanze eingesetzt werden können. Den entsprechenden Antrag hat die CDU-Bezirksabgeordnete Claudia Stamm in die Bezirksversammlung Altona eingebracht.
Der Japanische Staudenknöterich stellt den Bezirk Altona vor wachsende Herausforderungen. Besonders entlang von Gewässern und auf Grünflächen kann sich die invasive Pflanzenart stark ausbreiten. Betroffen sind unter anderem der Wesselhöftpark in Nienstedten, Bereiche nahe der Osdorfer Feldmark, das Düpenautal, Flächen entlang der Elbe sowie der Volkspark.
Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz handelt es sich beim Japanischen Staudenknöterich um eine invasive Art. Die Pflanze wächst schnell und kann unter günstigen Bedingungen bis zu 30 Zentimeter am Tag zulegen. Besonders problematisch sind die unterirdischen Rhizome: Selbst kleine Pflanzenteile können erneut austreiben und die weitere Ausbreitung begünstigen.
CDU will Starkstrom-Lanze gegen Staudenknöterich testen
Die CDU-Fraktion in Altona setzt deshalb auf die Prüfung eines neuen Bekämpfungsverfahrens. In einem Antrag an die Bezirksversammlung in ihrer Sitzung vom 24.09.2026 fordert sie, Erfahrungen mit sogenannten Starkstrom-Lanzen auszuwerten und einen möglichen Einsatz in Altona zu prüfen.
Bei dem Verfahren werden über eine Handlanze hochfrequente Stromimpulse mit einer Spannung von etwa 3.000 bis 5.000 Volt in die Pflanze geleitet. Die elektrische Energie wird dabei in Wärme umgewandelt. Dadurch wird Wasser in den Pflanzenzellen erhitzt und verdampft. Ziel ist es, die Pflanze bis in den Wurzelbereich zu schädigen.
Ein entsprechendes Verfahren des Unternehmens RootWave wird bereits in Berlin erprobt. Ein wesentlicher Unterschied zu herkömmlichen Methoden ist, dass hierbei keine chemischen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
Verfahren soll auf Wirksamkeit und Kosten geprüft werden
Die CDU fordert zunächst eine systematische Erfassung der Vorkommen des Japanischen Staudenknöterichs im Bezirk Altona. Anschließend soll geprüft werden, auf welchen Flächen der Einsatz der Starkstrom-Technik sinnvoll sein könnte.
Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Wirksamkeit, die Kosten und der erforderliche Arbeitsaufwand. Auch die Erfahrungen aus dem Berliner Praxiseinsatz sollen ausgewertet werden.
„Der Handlungsbedarf ist auch aus Naturschutzsicht erheblich. Beim Staudenknöterich können wir nicht einfach darauf warten, dass er von selbst wieder verschwindet – genau das wird er nicht tun“, sagt die CDU-Bezirksabgeordnete Claudia Stamm, die den Antrag eingebracht hat.
Gerade an Gewässern und in sensiblen Bereichen könne die Starkstromlanze aus ihrer Sicht eine mögliche Alternative darstellen. Stamm betont zugleich, dass eine einmalige Behandlung voraussichtlich nicht ausreichen werde. Um die Pflanze dauerhaft zurückzudrängen, seien wiederholte Anwendungen notwendig.
Japanischer Staudenknöterich gefährdet heimische Arten
Der invasive Staudenknöterich kann dichte Bestände bilden und dadurch andere Pflanzen verdrängen. Damit verändert sich die Zusammensetzung der Vegetation. In der Folge können auch Lebensräume für Insekten und andere heimische Arten beeinträchtigt werden.
Für den Bezirk bedeutet die Ausbreitung zudem einen zusätzlichen Aufwand bei der Pflege von Grünflächen und Gewässern. Die CDU sieht deshalb Handlungsbedarf, bevor sich die Bestände weiter ausdehnen.
CDU verweist auch auf Waschbären
Die Bezirksfraktion verweist in diesem Zusammenhang auch auf die zunehmende Ausbreitung von Waschbären im Bezirk. Auch der Waschbär gilt als invasive Art.
Die CDU-Bezirksfraktion hatte bereits einen Antrag aus der Feder von Dr. Ulrike von Criegern zum Umgang mit dem Waschbären in die Bezirksfraktion eingebracht.
Mit dem Antrag zum Japanischen Staudenknöterich soll nun zunächst geklärt werden, ob die Starkstrom-Technik eine geeignete Möglichkeit für den Bezirk Altona sein kann. Eine Entscheidung über einen flächendeckenden Einsatz ist damit zunächst nicht verbunden.
Foto: CDU-Bezirksfraktion Altona
