Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Deutschland die Pflicht zur getrennten Sammlung von Textilabfällen. Diese gesetzliche Neuerung betrifft vor allem Kommunen und öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger, die künftig eine zentrale Rolle bei der nachhaltigen Entsorgung und Wiederverwertung von Alttextilien übernehmen.
Auf Antrag der Fraktionen GRÜNE, SPD, CDU und Volt sollen jetzt mindestens drei weitere Altkleider-Sammelstellen in den dichtbevölkerten Quartieren Altonas aufgestellt werden.
Grundlage für den Antrag ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das eine klare Trennung von Alttextilien vorsieht. Dabei wird zwischen drei Kategorien unterschieden:
- Gut erhaltene Kleidung: Weiterverwendung durch Secondhandläden oder Spenden
- Zerschlissene Textilien: Recycling, z. B. zu Dämmstoffen, Putzlappen oder Malervlies
- Stark verschmutzte Textilien: Entsorgung im Restmüll, sofern keine gesonderte Sammlung vorhanden ist
Diese Differenzierung ist entscheidend, um Ressourcen zu schonen und textile Abfälle in den Kreislauf zurückzuführen.
Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) kommt bis 2028
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Einführung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) in der EU. Hersteller von Textilien müssen künftig die Kosten für Sammlung, Sortierung und Recycling tragen. Die Umsetzung erfolgt bis spätestens 17. April 2028 im Rahmen der neuen EU-Abfallrahmenrichtlinie.
Herausforderung Fast Fashion: Weniger Qualität, mehr Abfall. Ein wachsendes Problem ist die steigende Menge an sogenannter Fast Fashion, die oft von geringer Qualität ist und schwerer recycelt werden kann. Dies führt dazu, dass sich private Sammelsysteme zunehmend zurückziehen, da die wirtschaftliche Verwertung schwieriger wird.
Situation in Hamburg-Altona: Zu wenige Altkleidercontainer
Im Bezirk Hamburg-Altona ist die Lage besonders angespannt:
- Es gibt nur noch ein gutes Dutzend Sammelsysteme
- Viele dicht besiedelte Quartiere haben keinen Zugang zu Altkleidercontainern
- Ein Pilotprojekt der Stadtreinigung Hamburg sieht bis zu 30 neue Container vor – bisher wurde jedoch nur ein Standort (Plöner Straße) umgesetzt
Das führt dazu, dass selbst noch tragbare Kleidung häufig im Restmüll landet.
Forderungen für eine bessere Textilsammlung in Altona
Um die nachhaltige Textilentsorgung in Hamburg zu verbessern, werden in dem gemeinsamen Antrag folgende Maßnahmen empfohlen:
- Ausbau der Sammelinfrastruktur: Mindestens drei zusätzliche Altkleidercontainer in dicht besiedelten Quartieren
- Getrennte Sammlung nach Qualität: Reduzierung des Sortieraufwands durch frühzeitige Trennung
- Stärkung sozialer und gemeinnütziger Initiativen: Einbindung von Secondhand-Läden, Tauschbörsen und karitativen Organisationen
- Innovative Recyclingmethoden: Prüfung von chemischem Recycling als Alternative zur Verbrennung
- Aufklärung der Bevölkerung: Hamburgweite Informationskampagne zur nachhaltigen Nutzung von Kleidung
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