Energiewende unterstützen – wertvolle Landschaften erhalten
Der Ausbau der Windenergie ist ein zentraler Baustein der Energiewende und unverzichtbar für das Erreichen der Hamburger, bundesweiten und europäischen Klimaschutzziele. Hamburg trägt als Großstadt eine besondere Verantwortung, erneuerbare Energien auszubauen und eine klimaneutrale Energieversorgung voranzutreiben.
Gleichzeitig muss die Auswahl neuer Windenergieflächen sorgfältig erfolgen. Nicht jede Fläche eignet sich gleichermaßen für Windkraftanlagen. Neben dem Energieertrag müssen auch Natur, Landschaft, Landwirtschaft und die langfristige Stadtentwicklung berücksichtigt werden. In der Sitzung der Bezirksversammlung am 25.06.2026 wurde daher eine gemeinsames Stellungnahme der Fraktionen von SPD, Grünen, CDU, FDP, Volt und Linken einstimmig beschlossen.
Hamburg braucht geeignete Flächen für Windenergie
Die gesetzlichen Flächenziele für Windenergie können nur erreicht werden, wenn alle Hamburger Bezirke ihren Beitrag leisten. Dabei gilt das Prinzip einer fairen Lastenverteilung. Jede potenzielle Fläche sollte objektiv geprüft und anhand nachvollziehbarer Kriterien bewertet werden.
Entscheidend sind unter anderem:
- Auswirkungen auf Natur und Landschaft,
- bestehende Nutzungen,
- langfristige Stadtentwicklungsziele,
- technische Umsetzbarkeit,
- Akzeptanz vor Ort.
Nur so lässt sich die Energiewende mit dem Schutz wertvoller Landschaften in Einklang bringen.
Die Sülldorfer und Rissener Feldmark ist ein einzigartiger Naturraum
Die Sülldorfer und Rissener Feldmark gehört zu den bedeutendsten Freiräumen im Hamburger Westen. Sie erfüllt zahlreiche wichtige Aufgaben für Mensch und Natur.
Zu ihren besonderen Funktionen gehören:
- Naherholung für die Bevölkerung,
- Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten,
- landwirtschaftliche Nutzung,
- Schutz des Wasserhaushalts,
- Verbesserung des Stadtklimas,
- Vernetzung wertvoller Biotope.
Mit ihren Knicks, Wiesen, Gräben und landwirtschaftlichen Flächen bildet die Feldmark einen ökologisch besonders wertvollen Landschaftsraum. Gleichzeitig verbindet sie den Klövensteen mit weiteren Naturräumen der Metropolregion Hamburg und trägt maßgeblich zum Biotopverbund bei.
Jahrzehntelange Planung schützt die Feldmark
Der heutige Charakter der Feldmark ist das Ergebnis einer langfristigen politischen Entscheidung. Über mehr als 25 Jahre wurde gemeinsam geplant, diskutiert und abgewogen.
Mit dem geltenden Bebauungsplan wurde bewusst festgelegt, die Feldmark dauerhaft als zusammenhängenden Landschafts- und Erholungsraum zu erhalten. Ziel war es, Natur, Landwirtschaft und Naherholung langfristig zu sichern und eine weitere Zersiedelung zu verhindern.
Diese Planungsentscheidung bildet bis heute einen wichtigen Bestandteil der Stadtentwicklungsstrategie für den Hamburger Westen.
Windkraftanlagen würden den Landschaftsraum dauerhaft verändern
Die Errichtung von Windkraftanlagen würde weit mehr bedeuten als den Bau einzelner Anlagen.
Erforderlich wären unter anderem:
- neue Schwerlastzufahrten,
- Kranstellflächen,
- Netzanschlüsse,
- technische Infrastruktur,
- Eingriffe in Knicks, Gräben und Landschaftsstrukturen.
Auch zusätzliche Brücken oder neue Verkehrswege wären erforderlich, um die Anlagen zu errichten und dauerhaft zu warten. Diese Infrastruktur würde den Charakter der Feldmark nachhaltig verändern und erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft verursachen.
Natur- und Klimaschutz müssen gemeinsam gedacht werden
Klimaschutz und Naturschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Feldmark übernimmt bereits heute wichtige Aufgaben für den Klimaschutz.
Sie speichert CO₂, verbessert das Mikroklima, schützt Artenvielfalt und dient als wichtige Frischluftschneise für die umliegenden Stadtteile. Gleichzeitig ist sie ein bedeutender Erholungsraum für viele Menschen im Hamburger Westen.
Deshalb sollte bei der Auswahl neuer Windenergieflächen besonders sorgfältig geprüft werden, ob alternative Standorte mit geringeren Auswirkungen zur Verfügung stehen.
Verlässliche Stadtentwicklung schafft Vertrauen
Eine erfolgreiche Stadtentwicklung braucht Planungssicherheit. Bürger müssen darauf vertrauen können, dass langfristige Entscheidungen Bestand haben und nicht ohne nachvollziehbare Gründe geändert werden.
Die Sülldorfer und Rissener Feldmark wurde bewusst als zusammenhängender Freiraum gesichert. Auch für die Landwirtschaft gelten dort seit Jahren strenge baurechtliche Vorgaben, um den Landschaftscharakter dauerhaft zu erhalten.
Die Errichtung großflächiger Windkraftanlagen würde einen grundlegenden Richtungswechsel bedeuten und den bisherigen Zielen der Stadtentwicklung widersprechen.
Windenergie ja – aber am richtigen Standort
Der Ausbau erneuerbarer Energien bleibt ein wichtiges Ziel. Gleichzeitig müssen Standorte gewählt werden, an denen Klimaschutz, Naturschutz und Stadtentwicklung miteinander vereinbar sind.
Für die Sülldorfer und Rissener Feldmark sprechen zahlreiche Gründe gegen eine Ausweisung als Windenergiegebiet:
- hoher ökologischer Wert,
- wichtiger Landschafts- und Erholungsraum,
- bedeutender Biotopverbund,
- langfristig gesicherte Stadtentwicklungsziele,
- erhebliche Eingriffe durch notwendige Infrastruktur.
Deshalb sollte die Feldmark dauerhaft als geschützter Freiraum erhalten bleiben. Um die Hamburger Flächenziele für Windenergie zu erreichen, sollten stattdessen besser geeignete Standorte geprüft werden, an denen sich erneuerbare Energien und Landschaftsschutz miteinander vereinbaren lassen.
Foto: CDU-Bezirksfraktion Altona
