Streit um die Fernwärmetrasse in Altona

Votum der Bezirksversammlung Altona: Bau der Südtrasse durch Altona ist nur unter bestimmten Voraussetzungen akzeptabel. Andernfalls droht Verkehrschaos in Altona. Beschluss erfolgt gegen die Stimmen der Grünen.

Die Bezirksversammlung Altona hat am vergangenen Donnerstag eine erste Stellungnahme zum beginnenden Planfeststellungsverfahren zur Fernwärmetrasse durch Groß-Flottbek abgegeben: Auf Antrag der CDU und gegen die Stimmen der Grünen wurde der Beschluss gefasst, die geplante Südtrasse unter folgenden Bedingungen zu akzeptieren: 

  • Die Belastungen für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie den gesamten Bezirk sollen so gering wie möglich gehalten werden. 
  • Die Trasse soll weitestgehend im Rohrvortrieb gebaut werden.
  • Die Bauzeit soll auf ein Minimum reduziert werden.
  • Es muss eine detaillierte Verkehrskoordination erfolgen. 

Alle Maßnahmen sind angesichts der zu erwartenden weiteren Verzögerungen bei der Instandsetzung der Elbchaussee dringend notwendig – sonst herrscht in diesem Bereich „Chaos mit Ansage“.

Der Bau der geplanten Südtrasse selbst wird von der CDU nicht in Frage gestellt. Der Bau einer Trasse aus dem Norden – eine Idee, die von einigen Flottbeker Bürgern ins Gespräch gebracht wurde – ist keine Alternative: „Ein neues Großkraftwerk in Stellingen, umgeben von Wohnungsbau, mittelfristig vielleicht auf Wasserstoffbasis – das kann doch niemand ernsthaft wollen!“, äußerte sich Sven Hielscher, Planungs- und Bauexperte der CDU-Fraktion.

Zum Hintergrund: Im Jahr 2021 startet der Bau einer Fernwärmetrasse durch Altona, die mindestens zwei Jahre dauern und industrielle Abwärme aus dem Süden Hamburgs unter der Elbe bis nach Stellingen leiten soll, die sogenannte „Südtrasse“. Der Bau der Trasse quer durch Altona ist in offener Bauweise im öffentlichen Straßenraum geplant. Schon lange ist bekannt, dass das Uralt-Kohlekraftwerk Wedel vom Netz muss, seit 2012 wartet der Bezirk auf das Konzept für die Fernwärmeversorgung des Hamburger Westens. Nun soll die Wärme aus dem Süden Hamburgs, dem industriellen Herz der Stadt, kommen, und u.a. auch die dort in großem Maße vorhandene Abwärme nutzen.

„Ich wundere mich über die Unkenntnis der Behörde für Umwelt und Energie über die Verkehrsprojekte in Altona: Ausgerechnet parallel zu den geplanten Großbaustellen das Trassenprojekt in offener Bauweise anzuschieben, schafft ein riesiges Verkehrschaos!“, so Anke Frieling, stellvertretende Vorsitzende der CDU-Bezirksfraktion Altona.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen